Welches Fundament brauche ich für mein LIVN Gartenhaus?

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Das LIVN Gartenhaus steht auf einem stabilen Aluminiumrahmen, der umlaufend als geschlossenes Rechteck ausgeführt ist. Dieser Rahmen trägt das gesamte Gewicht des Hauses (je nach Modell 700 bis 900 kg) und leitet es gleichmäßig in den Untergrund ab.
Wichtig: Daraus ergibt sich eine klare technische Anforderung: Der Untergrund muss
den Aluminiumrahmen entlang seiner gesamten Länge kontinuierlich und eben tragen –
nicht nur punktuell an den Ecken. Wir empfehlen daher folgende Varianten.

1. Streifenförmiges Pflaster- oder Plattenfundament ✓
Empfohlen


Dies ist die technisch passendste und zugleich baurechtlich unkomplizierteste Variante für LIVN Gartenhäuser. Eine durchgehende, befestigte Fläche aus Pflaster- oder
Gehwegplatten trägt den Aluminiumrahmen umlaufend und vollflächig ab.

So funktioniert es:
• Den Bauplatz im Bereich der vier Rahmenseiten (mind. Außenmaße + 10–15 cm
Überstand) ca. 20–30 cm tief ausheben.
• Verdichtete Tragschicht aus Schotter oder Kies einbringen (mind. 15 cm).
• Ausgleichsschicht aus feinem Splitt (ca. 3–5 cm) sorgfältig abziehen.
• Pflaster- oder Betonplatten (mind. 40×40 cm, mind. 5 cm stark) exakt waagerecht
verlegen und mit dem Gummihammer einpassen.
• Fertige Fläche mit einer langen Wasserwaage über die gesamte Länge prüfen.


Wichtig für den LIVN Aluminiumrahmen:
Die Fläche muss unter allen vier Seiten des Rahmens durchgehend eben und tragfähig sein. Abweichungen von mehr als wenigen Millimetern können beim Aufbau zu Problemen führen und die Tür- sowie Wandausrichtung beeinträchtigen.

Vorteile: Günstig, schnell umsetzbar, reversibel rückbaubar, baurechtlich in allen
Bundesländern verfahrensfrei. Ideale Lösung für alle LIVN Modelle.
Hinweis: Bei frostempfindlichen Böden (Lehm, Ton) eine ausreichend dicke Frost-
schutzschicht aus Schotter einbauen – in den meisten Regionen 30–40 cm, bei starkem
Frost bis 80 cm.


2. Verdichtetes Schotterbett als Streifenunterbau

Steht ein gut drainierender, natürlich tragfähiger Untergrund zur Verfügung (z. B. sandiger oder kiesiger Boden), kann ein verdichtetes Schotterbett als durchgehende Auflage unter dem Aluminiumrahmen ausreichen – ohne Pflasterplatten.

So funktioniert es:
• Im Bereich der Rahmenseiten den Untergrund auf ca. 20 cm Tiefe ausheben.
• Vollständig mit Schotter (Körnung 16–32 mm) auffüllen und lagenweise verdichten
(mind. 98 % Proctordichte).
• Abschließende Feinplanierung mit Splitt für eine gleichmäßige, ebene Auflagefläche.
Vorteile: Kostengünstigste Option, sehr gute Drainage, schnell umsetzbar, baurechtlich
verfahrensfrei.

Hinweis: Nur für gut entwässernde Standorte. Bei bindigen Böden (Lehm, Ton) unbedingt Variante 1 bevorzugen – ein Schotterbett auf Lehmboden kann langfristig nachgeben.


3. Verstellbares Rahmensystem (z. B. LogFoot oder ähnlich)

Für Standorte mit leichtem Gefälle oder unebenem Untergrund kann ein verstellbares
Unterlagersystem eine praktische Ergänzung sein. Höhenverstellbare Stahl- oder
Kunststoffträger ermöglichen eine millimetergenaue Nivellierung.

So funktioniert es:
• Den Untergrund von Humus befreien und grob ebnen.
• Träger auf verdichtetem Boden oder einer vorbereiteten Schotterfläche aufstellen
und in der Höhe justieren.
• Auch hier gilt: Die Auflage muss umlaufend und gleichmäßig erfolgen – nicht nur an
den Ecken.

Vorteile: Kein Beton nötig, leichter Rückbau, Höhenausgleich bis ca. 10 cm problemlos
möglich.
Hinweis: Das System ersetzt keine tragfähige Untergrundvorbereitung. Der Untergrund
muss ausreichend fest und entwässert sein. Ideal als Ergänzung zu einem Schotterbett.

Was wir nicht empfehlen: Punktfundament
Ein Punktfundament aus vereinzelten Betonpunkten ist für den LIVN Aluminiumrahmen
technisch nicht geeignet. Anders als ein Holzbalkenrahmen bietet der Aluminiumrahmen
keine ausreichende Biegesteifigkeit über freie Spannweiten zwischen einzelnen
Auflagerpunkten. Ohne durchgehende Linienauflage kann sich der Rahmen verziehen –
Türen schließen nicht mehr korrekt, Wandpaneele können sich im Klicksystem lösen.
Diese Fundamentart ist für Holzgartenhäuser entwickelt worden und auf LIVN Konstruktionen nicht übertragbar.

Vollflächige Betonplatte:
Eine armierte Betonplatte über die gesamte Grundfläche ist im Gartenbereich
grundsätzlich möglich, für LIVN Gartenhäuser aber aus drei Gründen nicht
empfehlenswert:

• Baurechtlich: Sie löst in nahezu allen 16 Bundesländern eine
Baugenehmigungspflicht aus – vollständig unabhängig von der Hausgröße und
dem BRI-Wert des Gartenhauses.
• Technisch: Sie verhindert die natürliche Drainage und Belüftung unter dem
Aluminiumrahmen, was langfristig zu Feuchtigkeitsproblemen führen kann.
• Wirtschaftlich: Aushub ca. 40–60 cm, Frostschutzschicht, Bewehrung und
Transportbeton machen sie für ein Gartenhaus wirtschaftlich unverhältnismäßig.

Wer aus bautechnischen Gründen dennoch auf eine Betonplatte angewiesen ist, sollte
vorab zwingend beim zuständigen Bauamt eine Auskunft einholen.
Schraubfundamente / Erdschrauben Schraubfundamente aus Stahl sind im Gartenbau verbreitet und technisch hochwertig – rückbaubar, sofort belastbar, kein Beton nötig. Für LIVN Gartenhäuser sind sie dennoch nicht direkt geeignet, da sie wie das Punktfundament nur punktuelle Auflager erzeugen. Zwar könnten Schraubfundamente als Basis für eine zusätzliche Querträgerkonstruktion dienen – dies erzeugt jedoch erheblichen Mehraufwand und hebt die ursprünglichen Kostenvorteile schnell auf.

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